ANNAHMEBEDINGUNGEN FÜR ABFÄLLE IN DER UNTERTAGEDEPONIE HEILBRONN

Vor erstmaliger Annahme eines Abfalls ist eine Eignungsprüfung durch-
zuführen. Dabei ist nachzuweisen, dass der einzulagernde Abfall die Deponie-Eingangskriterien erfüllt.

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Die einzulagernden Abfälle müssen folgende Eigenschaften (Deponie-Eingangskriterien) aufweisen:

  1. Die Abfälle müssen ausreichende Festigkeiten in Bezug auf Transport- und Stapelfähigkeit aufweisen. Flüssige oder gasförmige Abfälle dürfen nicht eingelagert werden.
  2. Die Abfälle dürfen keine Erreger übertragbarer Krankheiten enthalten und dürfen auch keine solchen hervorbringen.
  3. Die Abfälle dürfen unter den Ablagerungsbedingungen unter Tage (Temperatur ca. 18 °C, relative Luftfeuchte ca. 50 bis 60 %) nicht selbstentzündlich, nicht selbstgängig brennbar und nicht explosibel sein.
  4. Die Abfälle dürfen nicht ausgasen, d. h. keine Gas-Luft-Gemische bilden, die toxisch oder explosibel sind.
  5. Von den Abfällen darf kein penetranter Geruch ausgehen.
  6. Die Abfälle dürfen in der Regel keinen freien Staub (Staubnester) enthalten. Eine homogene Befeuchtung der Abfälle muss gewährleistet sein. (Für einige wenige Abfallarten bestehen Ausnahmen.)
  7. Die Abfälle dürfen kein freies Wasser enthalten, bzw. unter Ablagerungsbedingungen auspressbare Flüssigkeiten abgeben.
  8. Radioaktive Abfälle sind von der Annahme ausgeschlossen.
  9. Die Temperatur der Gebinde/Abfälle darf bei Anlieferung nicht über 40 °C betragen.

Die Ablagerung der Abfälle muss in flexiblen Kunststoffbehältnissen (Big Bags),
Stahlblech- oder Kunststoffcontainern sowie Stahl- oder Kunststoffässern erfolgen.
Die Behältnisse müssen für den Einsatz in der Deponie zugelassen sein
und folgenden Kriterien genügen:

  1. Die Behältnisse müssen doppelwandig bzw. mit Inliner versehen sein. Das äußere sowie innere Behältnis bzw. der Inliner müssen gegenüber dem Inhalt aus chemisch beständigem und temperaturbeständigem Material bestehen.
  2. Die Behältnisse müssen eine ausreichende mechanische Festigkeit aufweisen. Metallbehältnisse sind durch Maßnahmen (z. B. Beschichtung) gegen Korrosion zu schützen.
  3. Die Stapelfähigkeit der Behältnisse (5fache Nennlast) muß nachgewiesen werden. Big Bags müssen eine Mindesttragfähigkeit SF 2 : 1 (Wechsellast) und SF 5 : 1 (Bruchlast) aufweisen.
  4. Die Innenbehältnisse / die Inliner müssen staubdicht bzw. bei Abfällen, die nicht mit Wasser in Berührung kommen dürfen, wasserdicht sein und mit einem Kabelbinder (oder vergleichbar) verschlossen sein.
  5. Die Verschlüsse von Metall- oder Kunststoffbehältnissen müssen gegen unbeabsichtigtes Öffnen gesichert sein. Um die Inhaltskontrolle und Probenahme zu ermöglichen, dürfen die Deckel dieser Behältnisse weder verklebt, noch verschweißt sein.
  6. Abmaße der Behältnisse: Durchmesser: 1,2 Meter; Höhe: max. 1,6 Meter (ohne Palette).
  7. Das höchstzulässige Füllgewicht liegt je nach Big Bag zwischen 1 und max. 1,5 Tonnen. Anlieferung der Big Bags auf Paletten mit der Größe 1,2 Meter x 1,2 Meter, vierseitig aufnehmbar. Einpunktaufhängung der Big Bags muss möglich sein. Die Tragseile (Anschlag-Faserseile) DIN 83 332/83 334 müssen aufgrund der Arbeitssichheit einen Nenndurchmesser von > 20 mm haben. Das Seil muss mindestens 3,10 m lang sein, da der Neigungswinkel bei angehobenem Big Bag 45° nicht überschreiten darf.
  8. Einwandfreie Sauberkeit der Verpackungen und Paletten, d. h. keine Kontamination durch außen befindliche Anbackungen oder Auflagen wegen der Arbeitshygiene.
  9. Die verwendeten Behältnisse (Big Bags, Container, Fässer) müssen den oben genannten Anforderungen des Planfeststellungsbeschlusses entsprechen sowie jeweils vom Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau zugelassen sein. Eine Liste der bereits für die Untertagedeponie Heilbronn zugelassenen Behältnisse stellen wir Ihnen auf Wunsch gerne zur Verfügung.

Sonstige Hinweise:

  1. Die Paletten (falls kundeneigen und Rücklauf erforderlich) müssen mit einem Kurzzeichen gekennzeichnet sein. Big Bags oder Container dürfen nicht mit (brennbaren) Paletten abgelagert werden. Diese sind vom Kunden in jedem Fall zurückzunehmen (Ausnahme bei Fassanlieferung).
  2. Anlieferung per LKW bzw. Bahnwaggon mit Transportschutzsicherung.
  3. Container müssen mit einer unlösbar befestigten Transportvorrichtung ausgestattet sein.
  4. Bei Benutzung von Fässern oder Containern ist das Totraumvolumen des Gebindes zu minimieren.
  5. Die Fässer sind jeweils zu viert zusammengezurrt auf einer Palette stehend anzuliefern.
  6. Abfülldatum, Herkunft (Kurzzeichen), Gewicht und laufende Nummer je Kalenderjahr sind auf den Behältnissen zu vermerken.
  7. Bei jeder Anlieferung muss ein ausgefüllter Abfallbegleitschein dabei sein (wichtig: Erzeuger, Tonnage, Anzahl der Behältnisse).
  8. Die Anlieferungen sind grundsätzlich vorher zu disponieren. Die Annahmezeiten in der Untertagedeponie Heilbronn sind von montags bis donnerstags von 7:00 bis 14:00 Uhr.
  9. Der Abfallerzeuger bzw. -anlieferer teilt relevante Änderungen der Abfallzusammensetzung im Hinblick auf die Deponie-Eingangskriterien unverzüglich mit.